Das Biest.
Alles auf einen Blick.
Unsere Geschichte.
Ganz. Mit Brüchen.
Einsichten?
Einfache Lösungen gibt’s nicht.
Aber Gefühle.
Verständnis für uns selbst?
Annehmen unserer Traumata.
Weil: Jahrtausende von Krisen!
Das Biest erkennen, überall, in uns selbst?
Den Mangel, den HUNGER!
Heute: die Gier.
Und – möglicherweise – trotz allem lieben lernen?
Mit Alles?
Das Biest – 10.000 Jahre Utopien
Das Biest
- verkörpert die größte Utopie: Viehzucht
- hat am Bauch Zitzen und Vulkane
- schreit vor Hunger und glaubt an Mangel
- zeigt auf seinem Fell Werke und Plagen der Menschheit
- schafft Gott ab und erfindet die neue Welt
- hebt ab in der industriellen Revolution
- perfektioniert die Kriegsführung
- zersplittert sich in der Datenwelt
- keucht unter der Klimakrise
- macht Angst und braucht unsere Hilfe
Große Utopien enden oft verheerend. Am Anfang steht Hunger, am Ende Macht, Mangelwirtschaft, und die Vernichtung der „Anderen“. Der Blick aufs Ganze – das Biest – macht klar: Solange wir mit Gewalt auf Trauma antworten, abgeschnitten von unseren Wurzeln, werden wir scheitern. Der Blick ins Innere regt an, Angst zu überwinden.
Das Biest annehmen – eine kleine Utopie.
ZUTATEN – der Körper
Körper und Kopf aus Zeitungspapier, Karton, Kleister, Leim, Leinöl, Marmormehl
Im Maul: rotes Plastikgewebe, Japanseide
Sowie: Zähne vom Reh, im Wald gefunden
(Der Kopf kann wackeln und entscheidet sich letztendlich für ein Ja)
Für den Blick ins Innere: alte Brillengläser (weitsichtig)
Für die visuelle Verbindung mit dem Biest: ein geerbter Spiegel
Beine aus Pet-Flaschen plus Zeitungspapier und Kleister
Hufe aus Eierkarton
Grundierung mit Gesso
Bemalung: Collage/Acryl, Weizenähren mit Schlagmetall
Verbindung der getrennten Hälften: Golddraht, Messingringe, Gewindeschrauben mit Beilagscheiben
Beleuchtung: LED-Lampen, Lampenschirm vergoldet
Die Abbildungen
Werke:
Höhlenkunst:
Bison/Kühe/Riesenhirsch aus Lascaux, gepunktete Pferde aus Pech Merle, 2 Bisons aus Lehm/Grotte du Tuc d’Audoubert, Löwinnen aus der Grotte Chauvet, Frau von Brassempouey, Frau* von Willendorf, Frau von Laussel, Elfenbeinpferd aus der Vogelherdhöhle, Cueva de las Manos, Argentinien
Neolithikum/Hochkulturen:
Minoische Stierspringer*innen, 8facher Schild/Blume – Siegel/Kreta, Magna Mater von Tarxien/Malta, Siegel, Fresken und Stierschädel aus Catal Höyuk, gebärende Frau/Terrakottafigur aus Çatal-Höyük, Frauenstatuetten aus Halicar, Amarna Prinzessin und Abbildung des „Mundöffnungsrituals“/Ägypten, Tonkrüge, Hathor, Wandmalereien in Knossos, Halbrelief Stele Göbekli Tepe
Antike:
Vasenmalereien, zB. Klytaimnestra weckt die Erynnien, Theseus tötet den Minotaurus; Mosaik: Zeus/Stier entführt Europa, Venus Pudica, Graffiti und Wandmalerei aus Pompeji
Mittelalter/Renaissance/Neuzeit:
Irische Buchmalerei, Stifterfiguren Ekkehard II. und Uta/Naumburger Dom, Flugmaschine Leonardo da Vinci, Madonna von Raffael, Moses von Michelangelo
Personen, real und mythisch:
Lucy, Jesus von Nazareth, Maximilien de Robespierre, Napoleon Bonaparte, Ada Lovelace, Charles Babbage, Leopold II. von Belgien, Adolf Hitler, neben ihm die Aufseherinnen des KZs Bergen Belsen, Josef Stalin, Wladimir Putin, Elon Musk, Superman und Micky Maus, Barbie the doll, Sofia the robot,
Erfindungen:
Getreide/Weizen, Viehzucht, Schrift (Linear A/Kreta), Gold – Edelmetalle – Seltene Erden, Schwert, Gewehr, Benz (Einzylinder-Zweitakter), Flugzeug, Telefon, Zigaretten, Volksempfänger, Turingmaschine, Insektengifte, Fernsehgerät, Staubsauger, die Pille, Personal Computer, Mobiltelefon, SUV
Plagen:
Krieg (diverse), Ratten, Pandemien (Pestbakterium, Coronavirus, Spanische Grippe von 1918) Terroranschläge (9/11), Vulkanausbrüche (Pompeji), Tiermissbrauch (Stierkampf), Fleischkonsum, Schönheits-OPs, Cupcakes, Schlagzeilen/Clickbait
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* Statt Venus von …. setzt sich in der Forschung allmählich die Bezeichnung Frau von … durch, da die gefundenen Figurinen offensichtlich ältere/alte Frauen im oder nach dem Wechsel darstellen. Der Begriff Venus, nur weil Brüste und die Vulva zu sehen sind, ist ungenau.